Die freie Straffälligen Hilfe des SKM für den Landkreis Karlsruhe

In Baden-Württemberg gab es in den letzten 10 Jahren zwischen 4.700 und 5.200 Strafgefangene und Sicherungsverwahrte. Unser Bundesland verfügt über 17 Justizvollzugsanstalten mit 18 Außenstellen. Obwohl Gefängnisse oft zentrale Gebäude in Städten und Gemeinden sind, ist das Leben hinter Mauern für die meisten Menschen eine ferne und unvorstellbare Welt.
Hier will der SKM für den Landkreis Karlsruhe Brücken bauen, daher sind in der Straffälligenhilfe aktiv. Wir arbeiten eng mit der JVA Bruchsal und der Außenstelle Kislau zusammen.
Wir gewinnen Ehrenamtliche, bilden sie für diese anspruchsvolle Aufgabe aus und begleiten sie. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer besuchen Inhaftierte in den Justizvollzugsanstalten und stehen als persönliche Ansprechpartner zur Verfügung. Darüber hinaus beteiligen sie sich mit Gruppenangeboten an der Freizeitgestaltung in den Justizvollzugsanstalten.
Alle inhaftierten Männer haben Angehörige. Viele von ihnen haben Partnerinnen und Kinder, deren Leben sich durch die Inhaftierung des Partners/Vaters dramatisch verändert. Finanziell und sozial geraten diese Angehörigen durch die Straftat und die Inhaftierung des Angehörigen in schwierige Notsituationen. Die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SKM Vereine unterstützen und beraten daher auch Angehörige und bieten Freizeitmaßnahmen für Kinder von straffällig gewordene Menschen an.
Einsatzmöglichkeiten für Ehrenamtliche
Der Einsatz von Ehrenamtlichen in der Einzelbetreuung von Inhaftierten in der JVA ist ein essenzieller Pfeiler der Straffälligenhilfe. Er ergänzt die Arbeit der hauptamtlichen Mitarbeiter und Justizkräfte auf eine Weise, die institutionell schwer zu leisten ist.
Ehrenamtliche bieten den Inhaftierten eine Beziehung zur Außenwelt und eine überinstitutionelle Vertrauensperson. Sie sind keine Teil des Strafvollzugs, sondern kommen als Bürger von außen in die JVA. Dies ermöglicht eine andere Beziehungsqualität, die für die Resozialisierung von entscheidender Bedeutung ist.
- Stärkung sozialer Kompetenzen: Durch regelmäßige Einzelgespräche trainieren die Ehrenamtlichen soziale Kommunikation und helfen, Isolation zu überwinden.
- Förderung der Motivation: Sie unterstützen die Inhaftierten dabei, realistische Perspektiven für die Zeit nach der Haft zu entwickeln (z.B. Arbeitssuche, Wohnungssuche).
- Menschliche Begleitung: Sie hören zu, zeigen Empathie und Wertschätzung – elementar für die Stärkung des Selbstwertgefühls, welches durch die Inhaftierung oft stark gelitten hat.
- Brücke zur Gesellschaft: Sie halten den Kontakt zu gesellschaftlichen Werten und Normen aufrecht, was die spätere Wiedereingliederung erleichtert.
Ehrenamtliche bringen Normalität, Kontinuität und Akzeptanz in eine oft hoch regulierte Umgebung und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag zur Rückfallprävention.
Ehrenamtliche sind in unseren wöchentlichen Freizeitgruppen in der JVA unverzichtbar. Sie bieten strukturierte Aktivitäten, die nicht nur der Unterhaltung und Abwechslung dienen, sondern vor allem soziale und bildungsrelevante Kompetenzen fördern. Beispiele für Freizeitgruppen in der JVA:
Deutschkurse
- Ziel: Die Verbesserung der Deutschkenntnisse ist eine zentrale Voraussetzung für die erfolgreiche Wiedereingliederung, besonders für Inhaftierte mit Migrationshintergrund.
- Ihre Rolle: Sie bieten individuelle Lernunterstützung und üben Alltagsdeutsch. Sie vermitteln dadurch ein wichtiges Rüstzeug für die Zeit während und nach der Haft.
Spielegruppe
- Ziel: Die Spielegruppe bietet mehr als nur Zeitvertreib. Sie ist ein ideales Feld für unkompliziertes Sozialtraining.
- Ihre Rolle: Bei Gesellschaftsspielen (Schach, Karten, Brettspiele) lernen die Teilnehmer unbewusst, Regeln einzuhalten, mit Frustration umzugehen (verlieren), Fair Play zu üben und Konflikte konstruktiv zu lösen. Die Ehrenamtlichen moderieren diese Interaktionen und sind Modelle für einen respektvollen Umgang.
Haben sie eine individuelle Idee für eine mögliche Freizeitgruppe in der JVA? Lassen sie es uns wissen, wir helfen bei der Umsetzung.
Ihr Engagement in diesen Gruppen bringt Struktur, Lernanreize und ein Stück Normalität in den Vollzugsalltag. Es trägt direkt dazu bei, die soziale Wiedereingliederung der Inhaftierten zu verbessern und ihre Chancen auf ein straffreies Leben zu erhöhen.
Die Arbeit in der Straffälligenhilfe des SKM wird ermöglicht durch
- Mittel der Erzdiözese Freiburg
- Zuschüsse aus Mitteln des Fortbildungsverbundes Baden-Württemberg
- Zuschüsse der Kommunen
- Spenden
Die SKM Vereine sind auch in den anderen Justizvollzugsanstalten der Erzdiözese Freiburg aktiv.
Mehr Informationen bekommen Sie bei den jeweiligen Vereinen:
Unsere Kinderfreizeit für Kinder von Inhaftierten
Seit vielen Jahren findet im Sommer unsere Kinderfreizeit für Kinder im Alter von ca. 8-12 Jahre von Inhaftierten statt.
Wenn ein Elternteil in Haft ist, befinden sich die Familien und vor allem Kinder in schwierigen Situationen. Mit unserer Freizeit wollen wir ein Stück “normale” Kindheit geben: Ferienfeeling, Freiheit und Freude im geschützten Raum. Ehrenamtliche, Hauptamtliche und pädagogische Fachkräfte begleiten die Freizeit.
Für die Kinderfreizeit benötigen wir Spenden.
Pro Kind fallen ungefähr Kosten von 450 Euro an. Gerne können Sie eine Patenschaft für ein Kind übernehmen oder einen anderen Betrag spenden. Das Geld kommt direkt bei den Kindern an.
Unsere Bankdaten
Bank für Sozialwirtschaft (BfS)
IBAN: DE18 3702 0500 0001 7105 00
BIC: BFSWDE33KRL






